Melverode
| MELVERODE („Meinoluesrode") Der Ortsname von Melverode setzt sich aus einem Personennamen als Bestimmungswort und dem Grundwort -„rode" zusammen. Dies bedeutet, ein Mann namens Meinolf hat das Dorf gegründet, wohl Mitte des 9. Jahrhunderts als die Rodetätigkeit zur Erschließung von neuem Siedlungsland ihren Höhepunkt erreichte. Melverode wird als eines von 36 Dörfern im Güterverzeichnis der
Steterburger Annalen aus dem 14. Jahrhundert geführt. In der Urkunde wird allerdings lediglich die Gesamtfläche des Dotationsgutes mit 211 Hufe (1 Hufe entspricht 23 - 30 Morgen) angegeben - über den Umfang der Besitzungen des Stiftes und zu den darauf wirtschaftenden Leuten wird nichts ausgesagt.
Zur Zeit der Stiftsgründung nach erfolgter Christianisierung durch Karl den Großen drängten die kirchlichen Einrichtungen von Hildesheim und Halberstadt in das Gebiet der Braunschweiger Börde. Die Oker wurde Diözesengrenze zwischen den Bistümern Hildesheim (errichtet 815) und Halberstadt (begründet Anfang des 9. Jahrhunderts). Im 10. und 11. Jahrhundert traten mit den nächsten Stiftsgründungen in Okernähe die ersten bekannten Machthaber der Braunschweiger Börde in das Licht der Geschichte, allen voran die Brunonen. Die alte Kirche des Ortes entstand um 1235, und bereits neun Jahre
später (1244) wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Doch wer “St. Nicolai” einmal im spätromanischen Stil erbaut hat, ist bis heute ein Rätsel. Fest steht: Sie ist ein architektonisches Kleinod des mittlerweile 1000jährigen Ortes. Von der vorherrschenden Meinung, die Kirche sei als Schiffer- und Kaufmannskirche erbaut worden, da sie dem Heiligen Nikolaus geweiht ist, oder als Klosterkirche, weil in Melverode einmal kurzzeitig ein Kloster bestanden hat, muss man sich wohl verabschieden: Kirchen, die als Schiffer- und Kaufmannskirchen gebaut wurden, befanden sich ausschließlich in Städten, die auch einen Hafen besaßen oder mindestens als Kaufmannssiedlung das Marktrecht inne hatten. Dies trifft auf Melverode nicht zu. Auch ist die Oker zur Entstehungszeit der Kirche nicht schiffbar gewesen, wie man heute weiß. Aus der Tatsache, dass St. Nicolai schon vor der Einrichtung des Klosters vorhanden war mag man darüber hinaus schließen, dass es sich um keine Klosterkirche handelt. |
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Nach einem Text von Norbert Jonscher in der BZ vom 27.01.2007 |