Zeittafel der sächsischen Geschichte
unter Berücksichtigung des ersten Jahrtausend,
Schwerpunkt Sachsenkriege

um 150

Der römische Geschichtsschreiber Ptolemäus erwähnt die Sachsen als germanischen Stammesverband nördlich der Elbe ( Transalbingen / Nordelbien) im heutigen Südschleswig.
Im Land Hadeln sollen, der Sage nach, die Sachsen Land genommen haben.

im 3. Jhd.

verschwindet der Name der germanischen Chauken (germanisch: "die Großartigen", "die Besonderen"), die an der Nordseeküste siedelten. Die Sachsen breiten sich aus.

285

Erstmalige Erwähnung der Sachsen als Seeräuber in römischen Quellen.

350

Plünderungen an der gallischen Küste. Erste Überfahrten nach Britannien.

bis 400

Sachsen stellen Truppenkontingente für die römische Armee, als Grenz- und Reitertruppen.

um 400

Der Sage nach erobern Hengist (alts.:Hengst) und Horsa (alts.:Pferd), die britannische Insel.

um 450

Abnahme der sächsischen Bevölkerung in den Küstenregionen in Folge der Besiedelung Britanniens schwerpunktmäßig aus den Gauen Wigmodien, Bardengau, Hadeln.

dabei

Besiedelung Britanniens durch die Sachsen und Angeln und Teile der Jüten. Spätere Gründungen der Königreiche Westsachsen (Wessesx),Ostsachsen (Essesx), und Südsachsen (Sussex), dabei allmähliche Christianisierung der Angeln, Jüten und Sachsen in Britannien.

531

Die Franken erobern mit den verbündeten Sachsen das Reich der Thüringer.

bis 8.Jhd.

Größtenteils friedliche Ausdehnung des Sachsenstammes nach Südwesten (Gau Westfalen).

731

Beda, ein angelsächsischer Mönch, berichtet von der Thingversammlung in Markloh (im heutigen Niedersachsen gelegen) und berichtet über diese Form der Politischen Führung: „die Sachsen haben nämlich keinen König…“.

733

Unterwerfung der Friesen durch Karl Martell.

718 – 758

Heerzüge der Franken gegen die Sachsen in Westfalen unter Karl Martell. Vorausgegangen waren auch Übergriffe der Sachsen auf fränkisches, christliches Gebiet.

771

Karl wird alleiniger König der Franken (siehe Karl der Große).

772

König Karl beginnt seinen langen Krieg gegen die heidnischen Sachsen, im ersten Feldzug Zerstörung des größten Heiligtum der Sachsen, die Irminsul (wohl in der Nähe des heutigen Irmenseul), erste Schlacht um die Eresburg.

773/774

Schlachten um die Eresburg mit wechselndem Erfolg.

775

Fränkischer Reichstag mit Beschluss: Missionierung oder Vernichtung der Sachsen! Gesandtentreffen bei Bückburg. Erneute Schlacht um die Eresburg, Eroberung durch die Franken.

775

Heerzug der Franken über Corvey, Gandersheim, Ornheim, Hildesheim, durch den Buckigau, den Süntel und das Wesergebirge, über Herford und Bielefeld zurück durch das Wiehengebirge nach Bielefeld und dann über den Rhein nach Franken. Gesandtentreffen im Raum Wolfenbüttel.

776

Taufen im Raum Paderborn, Schlacht um die Eresburg.

777

Widukind (Wittekind, Wehking) führt als gewählter Herzog die Sachsen gegen die Franken an.

779

Heerzug gegen die Sachsen in den Raum Rheine – Osnabrück nach Uffeln.

780

Heerzug aus dem Raum Westheim, Richtung Altenbeken über Lügde und Hildesheim nach Ohrnheim zur Elbe. Gesandtentreffen im Raum Medefeld.

780

Taufen im Raum Orhum.

782

Heerzug gegen Sachsen in den Raum Bielefeld
Reiterschlacht im Süntel (Sieg der Sachsen) weiter über Minden, Nienburg nach Verden.
Gerichtstag in Verden, Hinrichtung von 4500 Sachsen als Rache für den Süntel. Verrat der sächsischen Edelinge an Widukind und seinen Kriegern. Einführung der Strafgesetzgebung „Capitulatio de partibus Saxoniae“ , Einführung der fränkischen Grafschaftsverfassung in den besetzten Gebieten.

783

Heerzug in den Raum PaderbornDetmold, offene Feldschlacht mit Sieg der Franken.
Feldschlacht an der Hase, Franken siegen. Herzog Widukind zieht sich mehrfach nach Schlachten zu seinem Schwiegervater, dem Dänenkönig Göttrik nach Dänemark zurück.
Sein Schweigervater verspricht ihm mit einer Flotte zur Hilfe zu kommen.

784

Großer Heerzug aus dem Raum Münster in Richtung Osnabrück, durch den Raum Dreingau, großes Reitergefecht mit Sieg der Franken, nach Diepholz , Vechta, über Bassum, an Syke vorbei nach Okel, zurück über Marklohe, an Stolzenau vorbei gegen Minden, nach Hildesheim weiter Richtung Elbe.

784-785

Heerzug über Paderborn nach Lügde und den Raum Uffeln, über Detmold zurück über Westheim / Warburg nach Franken.

785

Heerzug gegen Sachsen aus dem Raum Westheim kommend über Paderborn nach Bielefeld, über Osnabrück, Bramsche und Bersebrück in den Raum Wigmodien und den Bardengau.

785

Taufe Widukinds (Karl soll Pate Widukinds gewesen sein) und Friedensschluß zwischen Karl und Widukind

793

Die Wikinger (Dänen?) überfallen Lindisfarne.
Eine neue Gefahr zieht damit auch für die Franken herauf. Sind die Dänen im Auftrag Göttriks auf der Suche nach dessen Schwiegersohn Widukind??
.. dem Wehking ….. also: Wehkinger???
Einer Theorie nach, ist Widukind auf ein Kloster (wie dortige Pergamente zeigen) am Bodensee verbannt worden. Da sein Aufenthalt unbekannt ist, suchen die Dänen ihn möglicherweise in mehreren Klöstern = Lindisfarne.

795

Heerzug aus dem Raum Westheim / Altenbeken über Lügde durch den Süntel in den Raum Hannover nach Celle. Von dort über Uelzen in den Bardengau nach Bardovick, von dort in den Raum Wigmodien

797

Heerzug gegen Sachsen über den Rhein, aus dem Raum Warendorf gegen Bielefeld, Herford, Richtung Minden in den Raum Nienburg, an Verden vorbei nach Bremen, an der Weser entlang nach Wesermünde / Bremerhaven. Aufhebung der „Sachsengesetze“, Ersatz durch das mildere „capitulare Saxonicum

800

Kaiserkrönung König Karls durch Papst Leo III

um 800

Möglicher Tod Widukinds, Grabplatte in Enger. Vermutliche Grabstelle.
Möglicherweise lebte Widukind aber wesentlich länger in einem Kloster am Bodensee, verbannt durch Karl.

804

Letzter großer Heerzug der Franken gegen die Sachsen aus dem Raum Paderborn an Hameln vorbei, durch den Süntel in den Raum Hannover, an Celle vorbei, durch den Raum Fallingbostel in Richtung Soltau nach Hollenstedt, Teilung des Zuges, einer in den Raum Bremervörde, einer in den Raum Zeven - Rotenburg/W

804

Geplantes Treffen zwischen König Karl und dem Dänenkönig Göttrik. Das Treffen findet nicht statt, König Göttrik wird davon abgeraten.

804

Eingliederung Sachsens in das Frankenreich, Gründung der Missionsbistümer Bremen, Verden, Minden, Münster, Paderborn und Osnabrück

804/805

Rückkehr der sächsischen Geiseln in ihre Heimat

808

Limes Saxoniae“ als Grenzschutz im nordelbingischen Gebiet gegen die andrängenden Slawen.

808

Der Dänenkönig Göttrik überfällt die fränkischen Verbündeten in Nordalbingen, die Abodriten, und bedroht durch seinen Sieg das Fränkische Reich.

810

Nach dem Überfall auf die friesische Küste (jetzt fränkisches Reich) wird König Göttrik von seinen eigenen Leuten ermordet und damit der Angriff der Dänischen Flotte auf die Franken beendet. Errichtung des „Danewerks“ zur Sicherung der Dänischen Grenze.

814

Kaiser Karl stirbt in Aachen, sein Reich wird von seinem Sohn Ludwig dem Frommen regiert.

822

Gründung des Klosters Corvey, hier schreibt Widukind von Corvey seine „res gestae Saxonicae“ – die Sachsengeschichte

842

Letztes Aufbegehren der Sachsen im „Stellinga-Aufstand“ mit dem Ziel der Wiederherstellung vorchristlicher Verhältnisse.

 

Zusammengestellt durch: Jörg Stolzmann - www.beekfolk.de

Weiterführende Daten unter: 
www.sachsengeschichte.de - Warum die Sachsen keine Sachsen sind.

Quellen:

Widukind von Corvey, Res gestae saxonicae
Vortrag von: Kreisarchäologe a.D. Dr Tempel , Sachsenexkursion 2002
Ploetz, Hauptdaten der Geschichte
Taschenbuch zur Geschichte, Schroedel Verlag
T. Capelle: Die Sachsen
Albert Genrich: die Altsachsen
Studien zur Sachsengeschichte Band 1-14
Reinhard Schmoeckel: bevor es Deutschland gab
Geschichte des Landes Niedersachsen
Geschichte des Landes Nordrheinwestfalen

Biographien: - Widukind, Herzog der Sachsen
- Karl der Große
- Göttrik, König der Dänen
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